Das Unheil, das vom Kiefer kommt

Ein unüberhörbares Knacken beim morgendlichen Gähnen ist der erste deutliche Hinweis, dass mit dem Kiefergelenk etwas nicht stimmt.Da das Geräusch zwar unangenehm sein kann, der Betroffene aber noch keine Schmerzen hat, wird es häufig ignoriert. "Ein großer Fehler".Den meistens steckt eine craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) dahinter. Dabei handelt es sich um Funktionsstörungen des Kauapparats, die durch Fehlstellung zwischen dem Schädel und Unterkiefer verursacht werden.Ein weitverbreitetes Phänomen- in Zahnarztpraxen sind durchschnittlich vier von fünf Patienten betroffen.
Allerdings sind die Bewegungseinschränkungen durch die Kieferfehlstellung nicht für jeden im Alltag so deutlich spürbar, dass sie dringend behandelt werden müssen.

Die Verschiebung des Kiefers gegeneinander führt langfristig jedoch zu einer stärkeren Belastung einer Körperhälfte ,die den gesamten Körperbau in eine Schieflage bringen kann. Jeder Körperteil ist über die Muskeln und Sehnen miteinander verbunden. Bewegungen ziehen sich daher wie eine Kettenreaktion von oben nach unten oder gegenläufig durch den ganzen Körper. Eine ungleiche Beanspruchung hat zur Folge, dass Muskelgruppen nur einseitig angespannt werden und sich bei dauerhafter Fehlbelastung ungleichmäßig verkürzen. Ein Zustand, den der Körper eine ganze Weile kompensieren kann, ohne dass es der betroffenen Person auffällt.Doch auf Dauer verursacht diese Fehlhaltung Schmerzen und zwar zumeist an den typischen Schwachstellen der Betroffenen. Die häufigsten Symptome sind daher nicht Schmerzen im Kiefergelenk, sondern Kopf-, Schulter-, Rücken- oder Hüftschmerzen, es können auch Schluckbeschwerden, Schwindelgefühl oder Ohrgeräusche (Tinnitus) auftreten .Zahnärzte oder Kieferorthopäden können die Diagnose stellen.

Die Fehlstellung des Kiefers kann den Körper einseitig so in Schräglage versetzen, dass sich die Hüfte verzieht und ein Bein länger als das andere erscheint.
Direkt hinter dem Kiefergelenk setzen die Nackenmuskeln an, die eng mit der Schultermuskulatur und den übrigen Rückenmuskeln bis hinunter zum Becken verbunden sind. Eine einseitige Verkürzung der Halsmuskulatur kann sich bis in die Beine auswirken. Auch die Ohren und Nasennebenhöhlen liegen in direkter Nachbarschaft zum Kiefergelenk.

Unbehandelt verursacht eine CMD aber nicht nur Schmerzen, Schwindel und Ohrgeräusche, die Betroffenen können auch häufig nicht mehr entspannt schlafen, da die Zähne im Ober- und Unterkiefer nicht mehr richtig aufeinander passen, schmirgeln sich die Patienten die störenden Zahnbuckel nachts zumeist unbewusst selber ab.Ergebnis: noch stärkere Verspannungen, weitere Schmerzen und zum Teil sogar abgebrochene Zähne.

Behandlung
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Gegen akutes nächtliches Knirschen hilft eine entsprechende Zahnschiene, die den Druck vom Kiefergelenk nimmt und Zahnschäden verhindert. Für einen dauerhaften Erfolg ist es entscheidend, den Unterkiefer wieder in eine ausgeglichene Position im Gelenk zurückzuführen. Um dies zu erreichen wird je nach Diagnose mit manueller Therapie, osteopathischen Techniken und Krankengymnastik versucht die Fehlstellungen im Bewegungsapparat zu korrigieren.

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